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Schauspielerin Geburtstag: 23.03.1905 Joan Crawford [ˌdʒɔʊn ˈkɹɔːfəd] (* 23. März 1905 in San Antonio, Texas, als Lucille Fay LeSueur; + 10. Mai 1977 in New York City) war eine US-amerikanische Filmschauspielerin.
[>>] Quelle: Wikipedia Joan Crawford [ˌdʒɔʊn ˈkɹɔːfəd] (* 23. März 1905 in San Antonio, Texas, als Lucille Fay LeSueur; + 10. Mai 1977 in New York City) war eine US-amerikanische Filmschauspielerin.
Joan Crawfords Karriere reichte von den Tagen des Stummfilms bis in die 1970er Jahre. Unter Filmhistorikern gilt sie als Personifizierung des klassischen Hollywoodstars, dessen publikumswirksame Attraktivität sich vor allem aus ihrer komplexen Persönlichkeit und dem öffentlichen Erscheinungsbild erschloss. Die Schauspielerin hat es im Laufe ihrer Karriere immer wieder verstanden, sich einem wechselnden Publikumsgeschmack anzupassen. Nachdem sie zu Beginn ihrer Laufbahn häufig ausgelassene junge Mädchen, damals Flapper genannt, darstellte, wechselte Joan Crawford bis Mitte der 1940er in das dramatische Rollenfach. Sie gewann für ihre Darstellung einer aufopferungsvollen Mutter in Solange ein Herz schlägt den Oscar als Beste Darstellerin und war in der Folgezeit meist als entschlossene, ambitionierte Frau auf der Leinwand zu sehen, die sich ihren Platz gegen den Widerstand der Gesellschaft erkämpfen muss. Gegen Ende ihrer Karriere spielte Joan Crawford hauptsächlich in makabren Filmen, die mitunter die Grenze zum Horrorfilm überschritten, wie zum Beispiel Was geschah wirklich mit Baby Jane? und Das Ungeheuer. Nach ihrem Tod wurde in der Öffentlichkeit das Bild von Joan Crawford durch die Beschreibungen in dem Buch Meine liebe Rabenmutter, den Kindheitserinnerungen ihrer Adoptivtochter Christina Crawford, lange negativ geprägt. Seit einigen Jahren jedoch überwiegt die Bewertung ihrer filmischen Leistungen. Leben und Karriere Kindheit und Jugend Joan Crawford wurde unter dem Namen Lucille Fay LeSueur am 23. März 1905 in San Antonio, Texas, als jüngstes der drei Kinder von Thomas E. LeSueur (1868-1938) und Anna Bell Johnson (1884-1958) geboren. Über das genaue Geburtsjahr herrscht keine Einigkeit, Angaben reichen von 1904 bis 1908. Die Schauspielerin bestand allerdings stets darauf, 1908 geboren zu sein. Thomas LeSueur verliess seine Familie unmittelbar nach der Geburt von Lucille und die Mutter zog daraufhin mit den Kindern in den US-Bundesstaat Ohio. Die Schauspielerin äusserte sich in späteren Jahren kritisch über ihre Kindheit, die nach eigenen Angaben von Armut und emotionaler Vernachlässigung gekennzeichnet war. Sie schilderte ihre Mutter als antriebslose Frau, die von einer unglücklichen Beziehung in die nächste wechselte. Den leiblichen Vater Thomas LeSueur traf sie 1934 ein einziges Mal kurz während einer Drehpause wieder. Ihre Schwester Daisy LeSueur starb sehr jung. Zu dem gut ein Jahr älteren Bruder Hal LeSueur, den Crawford als manipulativ und faul bezeichnete, war das Verhältnis von Anfang an gespannt, obwohl sie ihn in späteren Jahren finanziell unterstützte. Ihre Mutter heiratete später Henry J. Cassin, der in Lawton ein Vaudeville-Theater (andere Quellen: einen Kinematographen) betrieb. Lucille LeSueur nahm während dieser Zeit den Namen Billie Cassin an. Nach der Grundschule ging Lucille LeSueur zunächst auf die St. Agnes Academy, eine katholische Schule in Kansas City, und später auf die Rockingham Academy. Auf Veranlassung eines Bekannten schrieb sie sich 1922 am Stephens College in Columbia, Missouri, ein, wo sie ihr Geburtsdatum mit 1906 angab und Kurse unter anderem in den Fächern Buchhaltung, Kurzschrift und Psychologie belegte. Der dortige Rektor Dr. James Madison Wood hatte einen prägenden Einfluss auf LeSueur. Er gab ihr den Rat, aus eigener Kraft die Dinge zu ändern, statt zu klagen. Noch in ihrer Biographie My Way of Life von 1971 äusserte sie sich positiv über dem Einfluss von Daddy Woods, wie sie den Rektor stets nannte. Sie verdankte ihm nach eigenem Bekunden zum ersten Mal das Gefühl, von anderen Menschen anerkannt und bewusst in ihren Ambitionen gefördert zu werden. Revuetänzerin Nach gut einem Jahr am College verliess sie auf eigenen Wunsch und gegen den ausdrücklichen Rat des Rektors das Institut, um eine Karriere als Tänzerin einzuschlagen. Um die Zeit bis zu ihrem ersten Engagement zu überbrücken, arbeitete Lucille LeSueur zunächst einige Monate als Ladenmädchen. Mitte 1923 schloss sie sich der Theatertruppe von Katherine Emerine an. Die Show wurde aufgrund mangelnder Zuschauerresonanz bereits einige Wochen später wieder geschlossen. LeSueur versuchte daraufhin ihr Glück in Chicago. Über den dortigen Theateragenten Ernie Young bekam sie Engagements in Oklahoma City und in dem bekannten Detroiter Tanzpalast Oriole Terrace. Während des Auftritts im Oriole erregte die junge Frau die Aufmerksamkeit des einflussreichen Broadwayproduzenten und Impresarios J. J. Schubert, der sie Anfang 1924 für seine Revue Innocent Eyes nach New York City an den Broadway verpflichtete. Neben Auftritten in Innocent Eyes wirkte Lucille LeSueur in weiteren Schubert-Revuen mit, so in The Passing Show of 1924, die Mitte des Jahres Premiere hatte. Nachdem der Hollywoodproduzent Harry Rapf auf sie aufmerksam geworden war, unterschrieb LeSueur im Dezember 1924 einen Siebenmonatsvertrag mit dem neu gegründeten Filmstudio MGM und nahm im Januar 1925 ihre Arbeit im MGM-Studio in Culver City, Kalifornien, auf. MGM: 1925-1943 Jahre als Starlet Die Schauspielerin gab ihr Filmdebüt im Februar 1925 als Lichtdouble in Lady of the Night mit Norma Shearer. Ihren ersten und einzigen Auftritt unter dem Namen Lucille LeSueur auf der Darstellerliste hatte sie kurze Zeit später als Revuegirl im Drama Pretty Ladies mit ZaSu Pitts in einer ihrer wenigen dramatischen Hauptrollen. Der Studiochef Louis B. Mayer war auf Lucille LeSueur aufmerksam geworden und kümmerte sich um ihr berufliches Weiterkommen. Die Schauspielerin sah in Mayer stets eine Vaterfigur und respektierte seine mitunter autokratischen Methoden der Menschenführung. Mayer zeigte sich mit ihrem Namen unzufrieden, der seiner Ansicht nach zu gewöhnlich klingen würde. Er liess daraufhin im März 1925 ein Preisausschreiben in dem Fanmagazin Movie Weekly veranstalten, das unter dem Motto stand: Gib Ihr einen Namen und gewinne $ 1.000. Ein solches Vorgehen, wenn auch nicht immer verbunden mit der Beteiligung des Publikums, war im Showgeschäft nicht unüblich. So änderte Mauritz Stiller den Namen seines Protegées Greta Gustafsson in Greta Garbo und MGM machte aus den sperrigen Namen Spangler Arlington Brugh den griffigeren Robert Taylor. Die erste Wahl des Studios fiel auf Joan Arden, ehe die Verantwortlichen entdeckten, dass es mehrere Einsender mit diesem Vorschlag gab. Um nicht das Preisgeld mehrfach auszahlen zu müssen, wurde intern im September 1925 schliesslich der Kompromiss Joan Crawford gefunden. Die Schauspielerin absolvierte einen Monat später in dem Jackie-Coogan-Film Old Clothes ihren ersten offiziellen Auftritt unter dem Namen Joan Crawford. Ihre erste grössere Rolle spielte Joan Crawford Ende 1925 in dem Film Sally, Irene and Mary, wo sie neben Constance Bennett und Sally O'Neil unter der Regie von Edmund Goulding auftrat. Der Film schildert die dramatischen Erlebnisse von drei Freundinnen, die als Revuegirls arbeiten. Während Bennett einen reichen Mann heiratet und O'Neil zurück aufs Land geht, gerät Joan Crawfords Figur stets an die falschen Männer und findet am Ende den Tod. Nach einigen weiteren Auftritten, teilweise bereits als Leading Lady, wurde sie 1926 zu einem der WAMPAS Baby Stars gewählt. Die Auswahl durch die WAMPAS, einem losen Zusammenschluss von Medienvertretern, bezog sich auf Starlets und Künstlerinnen, bei denen das Potential für eine grosse Karriere vermutet wurde. Trotz des vielversprechenden Anfangs liess die weitere Besetzungspolitik durch das Studio eine klare Tendenz vermissen. Crawford spielte abwechselnd Haupt- und Nebenrollen in den unterschiedlichsten Genres, so wirkte sie z.B. in Western wie Winners of the Wilderness und The Law of the Range mit. Neben Harry Langdon hatte sie in der mit wenig Aufwand produzierten Komödie Tramp, Tramp, Tramp von 1926 eine Rolle. Gelegentlich übernahm Crawford auch Hauptrollen in weniger anspruchsvollen Filmen wie Paris und The Taxi Dancer, in denen sie aufstrebende Tänzerinnen darstellte. Die Produktionskosten dieser Werke betrugen meist zwischen $ 86.000 und $ 200.000 und warfen in der Regel Profit in vergleichbarer Höhe ab. Erst mit dem Auftritt in The Unknown aus dem Jahr 1927 überzeugte Joan Crawford die Studioverantwortlichen, dass in ihr das Potential zu einem Star steckte und wurde von jenem Zeitpunkt an gezielt gefördert. Der Hauptdarsteller Lon Chaney arbeitete dabei eng mit Crawford zusammen, die über keine entsprechende Schauspielausbildung verfügte. Beide verständigten sich intensiv bei der Erarbeitung des Charakters. Noch Jahrzehnte später äusserte sich die Schauspielerin positiv über diese Erfahrungen. Durchbruch Mitte 1928 hatte Joan Crawford mit der Rolle der Diana Medford in Our Dancing Daughters den Durchbruch als Star. Diana, eine junge Frau der besseren Gesellschaft, ist auf allen Feiern zu finden. Solche lebenslustigen Frauen wurde damals Flapper genannt. Diana erlebt allerlei romantische Verwicklungen, ehe sie am Ende in den Armen von John Mack Brown das Glück findet. Der Rollentyp wurde im Film durch die Schauspielerin Colleen Moore seit 1923 populär gemacht. Flapper waren unabhängige junge Frauen, die Lebenslust und eine gewisse Frivolität ausstrahlten. Sie verkörperten durch ihre positive Einstellung gut das optimistische Lebensgefühl der 1920er. Der Film selber war von MGM als Antwort auf eine Reihe von erfolgreichen Filmen der Paramount Pictures mit Clara Bow konzipiert. Ursprünglich sollte Marion Davies die Hauptrolle übernehmen, ehe Crawford den Zuschlag erhielt. F. Scott Fitzgerald, eine der Leitfiguren und Chronist der Roaring Twenties, war angetan von Joan Crawfords Interpretation in der Rolle. Er meinte dazu: "[Sie] ist ohne Zweifel das beste Beispiel für einen Flapper, diese Art von Mädchen, die man in chiquen Nachtclubs sieht, stets nach der neuesten Mode gekleidet. Sie halten eisgekühlte Drinks in der Hand und tragen einen zurückhaltenden, leicht verbitterten Gesichtsausdruck. Sie tanzen ausgelassen, lachen viel und haben grosse, traurige Augen. Junge Mädchen mit einem Talent zum Leben." Die positiven Reaktionen der Fans veranlassten das Studio, den Namen von Joan Crawford im Werbematerial über dem Titel anzukündigen, ein wichtiges Indiz für den Status eines Schauspielers als Star. Im Laufe des Jahres 1928 profitierte die Popularität von Joan Crawford zudem in nicht unerheblicher Weise durch die ständige Berichterstattung über ihre Beziehung zu Douglas Fairbanks Jr., dem Stiefsohn von Mary Pickford. Das Paar heiratete schliesslich im Juni 1929. Die Ehe wurde 1933 geschieden. Der Tonfilm, der seit Mitte 1928 endgültig den Stummfilm verdrängt hatte, brachte eine neue Herausforderung mit sich. Anders als bei den meisten anderen Studios wurde der Übergang zum neuen Medium durch die Studioverantwortlichen bei MGM mit Bedacht umgesetzt. Besonders Irving Thalberg bestand darauf, dass die Schauspieler ihre Diktion unter der Schulung und Anleitung von speziellen Sprachlehrern verbesserten, um so den Anforderungen, die die Tontechnik an die Aussprache stellte, genügen zu können. MGM blieb das Schicksal von Paramount erspart, das durch die überhastete Umstellung fast seinen gesamten Kader an Stars verlor. Joan Crawford gab ihr Debüt im Tonfilm in The Hollywood Revue of 1929. Der Film ist eine lose Abfolge von Sketchen, Tanznummern und Gesangseinlagen ohne verbindenden Handlungsrahmen. Mit Ausnahme von Greta Garbo und Ramon Novarro wirkte jeder Star von MGM mit und stellte vor dem Mikrophon seine Fähigkeiten zu Gesang und Sprache unter Beweis. Joan Crawford zeigte eine temperamentvolle Tanzeinlage und sang den Song I've got a Feeling for You. Die meisten Kritiker lobten die klare Diktion der Schauspielerin und sagten ihr einen Popularitätsschub voraus, da ihre Stimme - vom Register am ehesten ein lyrischer Kontraalt - ihrer überschäumenden Persönlichkeit entsprechen würde. Die ersten Dreharbeiten zu einem Tonfilm, Untamed, hatte sie bereits einige Wochen vorher als Partnerin von Robert Montgomery absolviert. Dieser Film kam jedoch erst nach der Premiere von The Hollywood Revue of 1929 in den Verleih. Joan Crawford beendete das Jahr mit Moderne Mädchen; hier zeigt sich die Schauspielerin als unglücklich verliebte Dame der besseren Gesellschaft, die ihren Verlobten, gespielt von Douglas Fairbanks. Jr., an die beste Freundin verliert. Imagewechsel Das anhaltende Interesse der Zuschauer an Tonfilmen bescherte den Filmstudios einen Anstieg der wöchentlichen Zuschauerzahlen von 55 Millionen im Jahr 1927 auf 130 Millionen im Jahr 1930. MGM realisierte in diesem Jahr den bis dahin höchsten Firmengewinn mit 15 Millionen US-Dollar. Trotzdem war selbst die Filmindustrie am Ende nicht gegen die Auswirkungen der sich verschärfenden Weltwirtschaftskrise gefeit. Ende 1930 begannen die Zuschauerzahlen in den USA drastisch zu sinken, ehe die Rezession schliesslich ab 1931 mit voller Härte auch diesen Wirtschaftszweig erfasste. Die Zuschauerzahlen sanken erneut bis auf nur 50 Millionen pro Woche im Jahr 1933. Mit der wirtschaftlichen Unsicherheit waren tiefgreifende Änderungen in der Gesellschaft verbunden. Während Musicals, Revuefilme und Salonkomödien, die die Probleme der Oberen Zehntausend schilderten, rasch an Popularität verloren, etablierten sich neue Genres wie Horrorfilme und Gangsterfilme. Zunehmend wurden auch sozialkritische Filme produziert, die einen besorgten Blick auf Missstände in der Gesellschaft warfen. Der gewandelte Zuschauergeschmack führte dazu, dass das Rollenbild des Flappers als sorglose junge Frau, die ohne materielle Sorgen das Leben als Abfolge von Vergnügungen begreift, rasch passé wurde. Das Studio wandelte vor diesem Hintergrund ab dem Jahr 1930 das Image von Joan Crawford hin zur ambitionierten Frau, die ihre Lebensumstände aus eigener Kraft verbessern will. An diesem Punkt ihrer Schauspielkarriere spielte sie daher oft Arbeitermädchen, die den sozialen Aufstieg schaffen. Dieser Rollentypus wurde auch von anderen Schauspielerinnen wie Constance Bennett (Common Clay, The Easiest Way), Barbara Stanwyck (Baby Face) oder Ruth Chatterton (Lilly Turner und Once a Lady) verkörpert, die in ihren Filmen durch den Einsatz moralisch bedenklicher Mittel ihre Position in der Gesellschaft zu verändern suchten. Zum ersten Mal wurde der Wandel in Our Blushing Brides manifest, wo Joan Crawford eine Verkäuferin darstellte. Der Film wirft am Beispiel von drei Freundinnen die Frage auf, inwieweit in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit moralische Standpunkte und Werte wie Tugend und Integrität Bestand haben können. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie tradierte Moralvorstellungen über Ehe und Sexualität unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen zur Disposition stehen müssen. Eine der Figuren versucht in Our Blushing Brides beispielhaft, ökonomische Sicherheit zu erlangen, indem sie die Geliebte eines reichen Mannes wird. Sie wählt am Ende den Freitod, nachdem sie von ihrem Geliebten sitzengelassen wird. Die Figur von Joan Crawford hingegen bleibt sich und den eigenen Idealen treu, um schliesslich an der Seite eines Millionärs vor den Traualtar zu treten. Dieses Grundmuster wurde in den nächsten Filmen nur geringfügig variiert. In Paid, dessen Hauptrolle Joan Crawford erst übernahm, nachdem die eigentlich vorgesehene Norma Shearer kurz vor Drehbeginn schwanger wurde, sitzt die Protagonistin Mary Turner zunächst unschuldig im Gefängnis. Nach ihrer Entlassung versucht sie alles, um ihre gesellschaftliche Stellung zu verbessern. Während in der ersten Hälfte des Films mehr oder weniger realistisch Armut und Entbehrung gezeigt wird, entwickelt sich Mary im weiteren Verlauf zu einer Angehörigen der besseren Gesellschaft mit den entsprechenden Attributen wie Pelzmänteln, aufwändigen Abendkleidern sowie teurem Schmuck. Alles für Dein Glück von 1931 präsentiert die Schauspielerin am Anfang als Fabrikarbeiterin aus den Slums, die in die Grossstadt geht und sich im wahrsten Sinne bis in die Spitzen der Gesellschaft schläft und als Geliebte eines Politikers, gespielt von Clark Gable, ganz offen mit diesem zusammenlebt. Da die strengen Zensurvorschriften des Production Code noch nicht in Kraft waren, konnten die Produzenten in der Darstellung von ausserehelichen Beziehungen bedeutend weiter gehen, als dies nach 1934 der Fall war. Der Film etablierte auch Crawford und Gable als eines der kommerziell erfolgreichsten Leinwandpaare des Jahrzehnts. Bis 1940 sollten sie insgesamt acht Filme zusammen drehen. Kommerzieller Erfolg In der internen Studiohierarchie rangierte die Schauspielerin in dieser Zeit nach Greta Garbo und Norma Shearer an dritter Stelle. Joan Crawford befand sich damals auf dem Höhepunkt ihrer kommerziellen Erfolges. Zwischen 1932 und 1936 wurde sie stets auf einen der zehn ersten Plätze in Quigley's Annual List of Box-Office Champions gewählt. Die Listenplätze ergaben sich aus der regelmässigen Befragung von ausgewählten Kinobetreibern, die die Namen der Stars angaben, deren Filme gleichmässig hohe Zuschauerzahlen anlockten. Der hohe wirtschaftliche Wert der Schauspielerin für das Studio fand jedoch nach deren Ansicht keine Entsprechung in den Drehbüchern, die sie bekam. Crawford beklagte sich regelmässig darüber, im Vergleich zu den beiden anderen Stars meist nur Rollenangebote zu bekommen, die weder im künstlerischen Anspruch noch in den Produktionskosten mit den Filmen ihrer Konkurrentinnen zu vergleichen wären. Der Unterschied wurde in einem Bonmot verdeutlicht, das auf dem Studiogelände die Runde machte: "Shearer bekommt die A-Produktionen, Garbo ist für die Kunst zuständig und Crawford spielt das Geld für die beiden ein." Die Loyalität von Joan Crawford gegenüber ihren Fans, denen sie ihre Karriere verdankte, war legendär. Zeit ihres Lebens beantwortete die Schauspielerin jeden einzelnen Brief an sie persönlich. Im Jahr 1934 war Joan Crawford - vielleicht auch deshalb - die Schauspielerin mit den meisten registrierten Fanclubs in Amerika. Joan Crawford etablierte sich darüber hinaus neben Kay Francis, Marlene Dietrich und Constance Bennett als führende Stilikone und Trendsetterin. Ihre überwiegend weibliche Anhängerschaft verlangte von einem Joan-Crawford-Film eine kostspielige Garderobe und entsprechend viele Kostümwechsel sowie ständig neue Frisuren. Der Studiodesigner Gilbert Adrian hatte mit der Auswahl der Kreationen einen grossen Einfluss auf das Image von Crawford. Die beiden Künstler arbeiteten eng zusammen und der Einfluss von Crawford auf die Damenmode war nicht zu unterschätzen. Ein weisses Kleid aus Organza und Chiffon, das Crawford in Letty Lynton trug, wurde als Konfektion in das Sortiment grosser Kaufhäuser übernommen und verkaufte sich hunderttausendfach. Gleichzeitig etablierte Adrian durch seine speziell auf Crawford zugeschnittenen Modelle die Schulterpolster auf dem Massenmarkt und setzte damit einen Trend durch, den Elsa Schiaparelli einige Jahre vorher in die Haute Couture eingebracht hatte. 1932 spielte Joan Crawford in Menschen im Hotel nach dem Roman von Vicki Baum eine ambitionierte Sekretärin, die ihren Charme und ihre Wirkung bei den Männern nutzt, um ihre gesellschaftliche Position zu verbessern. Der Film war der erste mit einer All Star Cast und bot neben Crawford auch Greta Garbo, Wallace Beery und die beiden Brüder John Barrymore und Lionel Barrymore in den Hauptrollen. Nicht wenige Kritiker meinten, Joan Crawford habe mit ihrer nuancierten Darstellung die beste Leistung des Ensembles geliefert. Getragen von dem Wunsch, ihre schauspielerischen Fähigkeiten durch anspruchsvolle Rollen gezielt zu verbessern, übernahm die Schauspielerin Mitte 1932 auf eigenen Wunsch den Part der Sadie Thompson in Rain, der Verfilmung von Somerset Maughams gleichnamigen Theaterstück. Geschildert wird die Geschichte der Prostituierten Sadie, die auf einer Südseeinsel unter der Bigotterie und den Vorurteilen der Gesellschaft zu leiden hat. Der Stoff war auf der Bühne ein grosser Erfolg für Jeanne Eagels und war bereits 1929 mit Gloria Swanson verfilmt worden. Unter der Regie von Lewis Milestone erhielt Crawford für ihre Interpretation zwar gute Kritiken, doch insgesamt floppte der Film an der Kinokasse. Auch das Folgeprojekt, Today We Live, war finanziell ein Reinfall. Das Skript von William Faulkner war zunächst als reiner Kriegsfilm konzipiert, erst kurz vor Beginn der Dreharbeiten musste Faulkner eine Liebesgeschichte in die Handlung einflechten. Das fertige Ergebnis fand weder den Gefallen der Kritiker noch der zahlenden Zuschauer. Auf das Drängen von David O. Selznick übernahm die Schauspielerin daraufhin 1933 die Hauptrolle in Dancing Lady, der den Aufstieg einer Tänzerin vom Vaudeville hin zum Star in Broadwayrevuen schildert. Der grosse finanzielle Erfolg des Films, der am Ende einen Profit von gut $ 750.000 auswies, erlaubte es Joan Crawford, Anfang 1934 einen neuen Vertrag mit dreijähriger Laufzeit abzuschliessen. Die wöchentliche Gage von anfangs $ 6.500 stieg in den nächsten Jahren auf $ 9.500. Langsamer Niedergang - Siehe auch Artikel: Radioauftritte von Joan Crawford Um 1934 begann Joan Crawford erneut ihr Image zu verändern. Die Gründe lagen in der verschärften Durchsetzung der strengen Zensurregeln des Production Code Mitte des Jahres. Die Einhaltung der Vorschriften wurde streng überwacht und die Zensurbehörde liess sich von den Studios sämtliche Drehbücher vorlegen, um bei Verstössen Änderungen zu verlangen. Darüber hinaus wurden alle Filme vor ihrer Veröffentlichung begutachtet. Nur wenn der Film im Einklang mit den Forderungen des Codes stand, durfte er in den Verleih gebracht werden. Die Filme von Joan Crawford mussten entsprechend an die gewandelten Vorgaben angepasst werden. Bis 1933 war die Schauspielerin regelmässig in moralisch bedenklichen Situationen zu sehen, so in Letty Lynton, wo sie ungestraft einen Totschlag durch Unterlassen begeht oder in Alles für Dein Glück, in dem sie ohne Trauschein in aller Öffentlichkeit eine sexuelle Beziehung führt. Stattdessen spielten die Filme von Crawford ab 1934 vorzugsweise in einem gehobenen sozialen Milieu und präsentierten die Schauspielerin in aufwändig produzierten Romanzen. Crawford war in der Regel in allerlei Liebesgeplänkel zwischen zwei Männern verstrickt, um am Ende doch das wahre Glück zu finden. Vergleichbare Anpassungen mussten auch für andere Schauspielerinnen vorgenommen werden, so zum Beispiel für Kay Francis. In Mandalay von Anfang des Jahres 1934 ist sie noch eine hochbezahlte Prostituierte, die ungestraft einen Mord begeht. Living on Velvet passte im Folgejahr das Image von Francis an die geänderten Rahmenbedingungen an und legte Crawfords Berufskollegin für den Rest der Karriere auf den Typus der langleidenden Frau fest. In goldenen Ketten ist exemplarisch für diese kommerziell erfolgreichen Filme, deren inhaltliche Anspruchslosigkeit auf Dauer jedoch Crawfords Ruf als ernstzunehmende Schauspielerin schadeten. Der Film zeigt sie unter der Regie von Clarence Brown als Dame der High-Society, die in einer langweiligen Ehe gefangen ist. Die Bekanntschaft mit einem charmanten Millionär, gespielt von Clark Gable, bringt die Heldin in Gewissenskonflikte, die am Ende jedoch in eine einvernehmliche Scheidung und dem Glück in Gables Armen münden. Die ständige Wiederholung des Musters über die nächsten Jahre führte allmählich zu einem Nachlassen von Crawfords Anziehungskraft an den Kinokassen. Gleichzeitig stiegen in Hollywood die durchschnittlichen Produktionskosten pro Film seit Mitte der 1930er kontinuierlich an. Betrugen die Ausgaben für einen Crawford-Film vor 1933 gut $ 320.000, kletterten die Ausgaben, entsprechend dem Trend in der gesamten Industrie, bis Ende des Jahrzehnts auf teilweise siebenstellige Beträge. Der Gewinn pro Film sank daher insgesamt dauerhaft. Joan Crawford trat auf Veranlassung ihres zweiten Ehemanns Franchot Tone, mit dem sie von 1935 bis 1939 verheiratet war, ab Mitte des Jahrzehnts regelmässig in anspruchsvollen Radiosendungen auf, unter anderem in Nora von Henrik Ibsen sowie in Stücken von Maxwell Anderson und Eugene O'Neill. Crawford versuchte zudem, 1936 ihr Rollenfach durch Auftritte in sozialkritischen Konversationsstücken zu erweitern. Am Ende fanden jedoch weder der Auftritt in dem Kostümdrama The Gorgeous Hussy noch die Mitwirkung in den opulent in Szene gesetzten Verfilmungen der Broadwayerfolge The Last of Mrs. Cheyney und Brennendes Feuer der Leidenschaft die Zustimmung der Fans. 1938 befand sich die Karriere der Schauspielerin in einer Krise. Crawford fand sich im selben Jahr neben Katharine Hepburn, Marlene Dietrich, Mae West und Greta Garbo in einer Anzeige wieder, die sie als Kassengift (box-office poison) bezeichnete. Den einzigen durchschlagenden finanziellen Erfolg feierte die Schauspielerin mit Mannequin, der sie an der Seite von Spencer Tracy als ambitionierte junge Frau zeige, die aus den Slums zur Ehefrau eines Millionärs aufsteigt. Dank dreier Erfolge in George-Cukor-Filmen konnte Crawford ihren Status wieder konsolidieren: Die Frauen von 1939 zeigte sie in der relativ kleinen Rolle einer Verkäuferin, die der Heldin, gespielt von Norma Shearer, den Mann ausspannt. Auf die Frage, warum sie den eher untergeordneten Part übernehme, antwortete Crawford: "Ich würde die Grossmutter von Wallace Beery spielen, wenn es eine gute Rolle wäre." Die Kritiken waren ermutigend und Crawford übernahm kurz danach die Hauptrolle in Susan und der liebe Gott, in dem ihre Figur den Unterschied zwischen echten Glauben und falschen Idealen lernen muss. Zunächst war Norma Shearer als Hauptdarstellerin vorgesehen, sie wollte jedoch keine Mutter einer halbwüchsigen Tochter spielen. Die dritte Zusammenarbeit mit Cukor, Die Frau mit der Narbe, kam 1941 in den Verleih. Der Film war das Remake von En Kvinnas Ansikte, der mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle einige Jahre vorher gedreht wurde. Die Handlung schildert die Geschichte einer entstellten jungen Frau, die aufgrund der bisherigen Erfahrungen hart und zynisch geworden ist. Nach einer plastischen Operation, die ihr Aussehen wieder herstellt, muss sie erst wieder lernen, ihren Mitmenschen zu vertrauen. Dem Studio ging der Realismus, mit dem Crawford geschminkt wurde, zu weit und es untersagte alle Publicityphotos, die die Schauspielerin mit der titelgebenden Narbe zeigten. Nach eigenem Bekunden war es für Joan Crawford die grösste professionelle Enttäuschung ihrer Karriere, für diesen Film nicht für den Oscar nominiert zu werden. Trotz der ermutigenden Einspielergebnisse, die ein neu erwachtes Interesse des Publikums indizierten, verlor das Filmstudio das Vertrauen in Crawfords Zukunft. Wichtige Filmrollen wie Madame Curie verlor sie an Greer Garson. Mit Irene Dunne und Katharine Hepburn standen zudem weitere Konkurrentinnen unter Vertrag, die Rollen übernahmen, die früher von den etablierten Stars übernommen worden wären. Tatsächlich kursierten ab Ende 1941 einige Artikel in den Fachzeitschriften, wonach MGM die Verträge von Norma Shearer, Greta Garbo und eben Crawford, die alle mindestens seit 1925 beim Studio waren, lösen wolle, da die Schauspielerinnen zu teuer geworden seien. Joan Crawford sah am Ende keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten mehr für sich und bot Studiochef Louis B. Mayer daher nach 18 Jahren der Zusammenarbeit die Entlassung aus ihrem Vertrag an. Der Vertrag wurde in beiderseitigem Einvernehmen am 29. Juni 1943 aufgelöst. Warner Brothers: 1943-1952 Unmittelbar nachdem sie MGM verlassen hatte, unterschrieb die Schauspielerin am 1. Juli 1943 beim Studio Warner Brothers einen Vertrag über drei Filme für eine Gage von insgesamt $ 500.000. Angebote anderer Studios, unter anderem von Columbia und 20th Century Fox, lehnte sie ab. Warner Brothers sah in Joan Crawford eine mögliche Konkurrentin für den eigenen Topstar Bette Davis. Aus diesem Grund wurde ebenfalls Barbara Stanwyck und Rosalind Russell auf der Basis von nichtexklusiven Verpflichtungen gewonnen. Die Zusammenarbeit liess sich allerdings zunächst nicht so an, wie von Crawford erwartet. Wie schon bei MGM bekam die Schauspielerin zunächst nur Drehbücher angeboten, die andere Beschäftigte abgelehnt hatten. Um einer Suspendierung durch das Studio zuvorzukommen, liess sich Crawford daraufhin von der Gehaltsliste nehmen, bis eine Einigung über ein geeignetes Drehbuch vorlag. Während der sich anschliessenden fast zweijährigen Wartezeit trat sie nur als Gaststar in dem Revuefilm Hollywood Canteen auf, der Mitte 1944 in den Verleih kam. Im September 1945 schaffte Crawford ein spektakuläres Comeback mit der Titelrolle der Mildred Pierce in Solange ein Herz schlägt. Der Part einer ambitionierten Mutter, die aus Liebe für ihre Tochter den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg von einer Kellnerin zur Betreiberin einer Restaurantkette schafft, wurde vorher unter anderem Bette Davis und Ann Sheridan angeboten. Joan Crawford musste zum ersten Mal in ihrer Karriere Probeaufnahmen machen. Am Ende gelang es ihr, den Produzent Jerry Wald zu überzeugen. Regisseur Michael Curtiz wollte zunächst Barbara Stanwyck für die Rolle, doch schliesslich rauften er und Crawford sich zusammen und Curtiz entwickelte das Drehbuch speziell für Crawford auf der Grundlage des gleichnamigen Romans von James M. Cain. Solange ein Herz schlägt spielte über $ 5 Mio. ein und wurde damit zur erfolgreichsten Produktion des Jahres für das Studio. Für ihre Darstellung gewann Joan Crawford gegen die Konkurrenz unter anderem von Ingrid Bergman und Greer Garson den Oscar als Beste Hauptdarstellerin. 1946 liess sie sich von dem Schauspieler Philipp Terry, ihrem dritten Ehemann, scheiden, den sie 1943 geheiratet hatte. Der nächste Film Humoreske von 1946 zeigte Crawford in einer verhältnismässig kleinen Rolle als verbitterte Alkoholikerin, die sich in einen talentierten Geiger verliebt und am Ende an den eigenen Gefühlen zerbricht. Der Film wurde mit erheblichem Aufwand produziert und erwies sich als finanziell erfolgreich. Die opulente und aufwändig gestaltete Garderobe war auf Bitten von Joan Crawford von Gilbert Adrian, der mittlerweile als selbständiger Couturier tätig war, ganz im Stil des New Look entworfen. Im Folgejahr lieferte sie unter der Regie von Curtis Bernhardt in Hemmungslose Liebe eine der besten Darstellungen ihrer Karriere. Der Film zeigte sie in der Rolle einer psychisch labilen jungen Frau, die an der vergeblichen Liebe zu einem Mann, gespielt von Van Heflin, zu zerbrechen droht. Erst durch eine psychiatrische Behandlung entsteht die Aussicht, dass sie aus ihrem Zustand befreit werden kann. Für Hemmungslose Liebe wurde die Schauspielerin erneut für einen Oscar nominiert, verlor allerdings gegen Loretta Young in Die Farmerstochter. James Agee, einer der bekanntesten Filmkritiker der Zeit, erklärte die aussergewöhnlich hohe Qualität von Hemmungslose Liebe mit den Worten: "Viele Menschen, die viel zu geben haben, geben dem Film alles, was sie haben." Später im Jahr 1947 drehte Crawford bei 20th Century Fox unter der Regie von Otto Preminger das romantische Melodrama Daisy Kenyon, in dem sie emotionale Verwicklungen zwischen Dana Andrews und Henry Fonda zu bestehen hat. Der finanzielle Erfolg der letzten Auftritte ermöglichte es der Schauspielerin, mit ihrem Heimatstudio einen neuen Vertrag auszuhandeln, der ihr eine Gage von $ 200.000 pro Film einbrachte. Allerdings waren die Drehbücher, die ihr das Studio anbot, nicht immer von der erhofften Qualität. Es dauerte daher bis Mitte 1949, ehe Joan Crawford mit Die Strasse der Erfolgreichen auf die Leinwand zurückkehrte. In der Folgezeit war die Schauspielerin auf die Darstellung von Frauen festgelegt, die den sozialen Aufstieg um jeden Preis schaffen wollen und aufgrund ihrer Rücksichtslosigkeit am Ende vor dem moralischen und gesellschaftlichen Bankrott stehen. Ein gutes Beispiel dafür liefert das Melodrama Im Solde des Satans, einem Film Noir aus dem Jahr 1950, der sämtliche Rollenklischees der letzten 25 Jahre in Crawfords Karriere in einem Film zusammenbringt. Crawford versuchte während der Zeit mehrfach, das Studio zu überzeugen, den Roman Ethan Frome von Edith Wharton gemeinsam mit ihr, Bette Davis und Gary Cooper zu verfilmen. Das Projekt scheiterte ebenso wie der Plan, die beiden Schauspielerinnen in Time to Sing gemeinsam vor die Kamera zu bringen. Ohne festen Studiovertrag: 1952-1957 1952 verliess die Schauspielerin Warner Brothers aufgrund der immer schlechter werdenden Drehbücher. Sie arbeitete die nächsten Jahre ohne feste vertragliche Bindung an ein einzelnes Studio. Diese Methode ist als free lancing bekannt und wurde Mitte der 1930 zunehmend von etablierten Stars verfolgt. In der Regel erfolgte die Bezahlung bis zu einem gewissen Grad durch eine Gewinnbeteiligung. Die Gesamteinnahmen der Schauspieler lagen somit grundsätzlich höher als bei einem festen Engagement, bei dem in der Regel feste Gagen auf Wochenbasis gezahlt wurden. Joan Crawford entschied sich für den Auftritt in dem Thriller Maskierte Herzen, der die Geschichte einer bekannten Bühnenautorin erzählt, die von ihrem Ehemann ermordet werden soll. Sie erhielt für die Darstellung ihre dritte und letzte Nominierung für einen Oscar. Unmittelbar im Anschluss scheiterte die Mitwirkung in der Verfilmung des Romans Verdammt in alle Ewigkeit, in der Joan Crawford die Rolle der Karen Holmes spielen sollte, an künstlerischen Differenzen. Am Ende übernahm Deborah Kerr den Part. Crawford drehte stattdessen erstmals seit 10 Jahren mit dem Revuefilm Herzen im Fieber wieder für MGM. Dem Film, der mit relativ wenig Aufwand produziert wurde, war weder in künstlerischer noch in finanzieller Hinsicht ein Erfolg beschieden. Im Folgejahr übernahm Joan Crawford wie viele Schauspielerinnen in ihrem Alter schliesslich die Hauptrolle in einem Western. Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen wurde bei der Filmgesellschaft Republic Pictures in einem heute veralteten Farbverfahren gedreht, was den Bildern eine ausgesprochene Künstlichkeit verleiht. Über dieses Werk ist in den nachfolgenden Jahren viel geschrieben worden. Nicht wenige Analysten sehen in ihm eine subtile Abrechnung mit der McCarthy-Ära. Andere wollen starke feministische Ansätze entdeckt haben. Joan Crawford selber äusserte sich stets negativ über den Film. Im selben Jahr wurde die Schauspielerin Opfer gezielter Indiskretionen in der Skandalpresse. Besonders das Magazin Confidential veröffentlichte Details aus ihrem Privatleben. Die negative Publicity kostete den Star nach eigenem Bekunden die Hauptrolle in der Verfilmung des Broadwayhits The Country Girl, die Rolle ging schliesslich an Grace Kelly, die dafür den Oscar als Beste Darstellerin gewann. Die Loyalität ihrer Fans verhalf Joan Crawford 1955 zu einem erneuten Comeback durch den Film Das Haus am Strand, in dem sie eine ältere Frau darstellt, die eine Beziehung mit einem jüngeren Mann eingeht. Der finanzielle Erfolg erlaubte es ihr, im selben Jahr einen lukrativen Vertrag über drei Filme mit der Gesellschaft Columbia Pictures auszuhandeln. Sie hatte sich ausdrücklich Mitwirkungsrechte bei der Auswahl der Drehbücher und bei der Besetzung ausbedungen. Die nachfolgenden Filme waren allesamt sorgfältig produzierte Werke. Sowohl Ehe in Fesseln als auch Herbststürme und Esther Costello spielten mehr Geld ein als sie gekostet hatten. Besonders die subtile Darstellung einer älteren Frau in Herbststürme brachte ihr Lob und Anerkennung von der Fachpresse. Ab 1959: die späteren Jahre Nach der Eheschliessung mit dem Manager Alfred Steele, mit dem sie von 1955 bis zu seinem Tod 1959 verheiratet war, zog sich Joan Crawford 1957 trotz vieler weiterer Angebote für einige Zeit aus dem Filmgeschäft zurück. Sie widmete sich stattdessen den Belangen des Getränkeherstellers Pepsi, in dessen Aufsichtsrat Steele ein bedeutende Rolle spielte. Auch nach seinem Tod im Jahr 1959 setzte sie sich weiterhin für die Interessen der Firma ein. Crawford wurde als erste Frau in den Aufsichtsrat der Firma gewählt und sorgte in der Folgezeit, als der Begriff Product placement noch unbekannt war, dafür, dass die Produkte des Getränkeherstellers in ihren Filmen prominent zur Geltung kamen. 1962 gelang ihr an der Seite von Bette Davis in Was geschah wirklich mit Baby Jane? ein vielbeachtetes Comeback. Die beiden Schauspielerinnen kamen dem Vernehmen nach nicht gut miteinander aus. Zwei Jahre später, 1964, scheiterte der Versuch, beide Stars zusammen wieder unter der Regie von Robert Aldrich in einem vergleichbaren Stoff mit dem Titel Wiegenlied für eine Leiche einzusetzen, da Joan Crawford sich krankheitsbedingt aus der Produktion zurückziehen musste. Schliesslich übernahm Olivia de Havilland ihren Part. Die nachfolgenden Filme aus dieser Zeit waren dem Prestige und den schauspielerischen Fähigkeiten von Joan Crawford nicht angemessen. In Ermangelung entsprechender Filmangebote wirkte Joan Crawford daher verstärkt in zahlreichen Fernsehproduktionen mit. Zu den bekanntesten Auftritten gehörte die Mitwirkung in der Daily Soap The Secret Storm, in der sie im Oktober 1968 die Rolle ihrer erkrankten Tochter Christina Crawford übernahm. Im Jahr 1969 trat sie in der Episode Eyes aus der Serie Night Gallery auf, einer der ersten Regiearbeiten von Steven Spielberg. Bis zu ihrer - unfreiwilligen - Pensionierung im Jahr 1972 reiste Joan Crawford als Repräsentantin für Pepsi-Cola regelmässig quer durch die Welt. Nach eigenem Bekunden schaffte es die Schauspielerin Mitte der 1970er aus eigener Kraft, ihre jahrzehntelange Alkoholsucht, die sie zuletzt nicht mehr vor der Öffentlichkeit verbergen konnte, erfolgreich zu bekämpfen. 1974 zog sich die Schauspielerin endgültig aus der Öffentlichkeit zurück, nachdem sie Pressefotos von sich gesehen hatte, auf denen sie sich unvorteilhaft getroffen fand. Finanziell abgesichert verbrachte sie die letzten Jahre vor ihrem Tod zumeist in ihrem Apartment in New York City. Die letzten Jahre waren geprägt von Konflikten mit zweien ihrer Kinder. Joan Crawford, die selber keine Kinder bekommen konnte, hatte sich Mitte 1940 zur Adoption einer Tochter entschlossen, die den Namen Christina erhielt. In den nachfolgenden Jahren nahm die Schauspielerin noch drei weitere Kinder als ihre eigenen an: Christopher, Cynthia und Cathy. Die Adoption eines Jungen, die zu Beginn des Jahres 1941 stattfand, wurde von der leiblichen Mutter per Gerichtsbeschluss einige Wochen später rückgängig gemacht. Ob es kurz danach noch eine weitere fehlgeschlagene Adoption gab, ist in der Literatur umstritten. Christina Crawford veröffentlichte 1978 ihre umstrittenen Kindheitserinnerungen unter dem Namen Mommie Dearest (dt. Meine liebe Rabenmutter). Ihre Schilderung von Joan Crawford als manipulativer Frau, die ihre Kinder physischer und psychischer Gewalt aussetzte, bestimmte für viele Jahre die Diskussion über die Schauspielerin. Während ihr Bruder Christopher die Anschuldigungen im Kern bestätigte, verwahrten sich Cathy und Cindy stets vehement gegen die Behauptungen Christinas. Das Buch wurde 1981 von Frank Perry mit Faye Dunaway in der Titelrolle verfilmt. Joan Crawford starb am 10. Mai 1977. Ihre Urne ist im Ferncliff Mausoleum in Hartsdale, US-Bundesstaat New York, beigesetzt. [<<] Dieser Text basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Bild: Yousuf Karsh (1908-2002) Beschreibung |
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| Trog (1970) |
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