Die Brüder Jean-Pierre Dardenne (* 21. April 1951 in Engis) und Luc Dardenne (* 10. März 1954 in Awirs) sind belgische Filmregisseure, Filmproduzenten und Drehbuchautoren. Sie realisieren die meisten ihrer Filme gemeinsam.
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Die Brüder Jean-Pierre Dardenne (* 21. April 1951 in Engis) und Luc Dardenne (* 10. März 1954 in Awirs) sind belgische Filmregisseure, Filmproduzenten und Drehbuchautoren. Sie realisieren die meisten ihrer Filme gemeinsam.
Leben
Die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne wuchsen in einem Industrievorort von Seraing in der belgischen Provinz Liège auf.
Nach seinem Dramaturgiestudium an der Kunstakademie Brüssel drehten er und sein Bruder Luc, der Philosophie an der Universität Lüttich studierte, einige Videos über das Leben in den Arbeiterstädten Walloniens. Nach ihrer Begegnung mit dem monegassischen Filmemacher Armand Gatti und dem Kameramann Ned Burgess, mit denen sie einige Projekte realisierten, entschieden sie, in das Filmbusiness einzusteigen.
Mit Filmkunst und Sozialphilosophie vereinen sich in den Brüdern Dardenne die zwei Elemente, die zur Grundlage ihres filmischen Schaffens wurden.
Im Jahr 1978 entstand Le chant du rossignol (Der Gesang der Nachtigall), ihr erster Dokumentarfilm, der über den Widerstand der belgischen Résistance gegen die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs berichtet. Der erste Spielfilm, Falsch, der die Geschichte einer von den Nazis ermordeten jüdischen Familie erzählt, entstand 1986. Auf ihren zweiten Film Je pense a vous (Ich denke an euch) von 1992 folgte 1996 mit La Promesse (Das Versprechen) ein äusserst vielschichtiger Film, der u.a. die Coming-of-Age- und biografische wie ethische Emanzipationsgeschichte eines Sohnes seinem rassistischen Vater gegenüber wie auch die Einwanderung nach Belgien zum Thema hat. La Promesse wurde ein internationaler Erfolg und auf zahlreichen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Mit diesem Film wurde zugleich Jérémie Renier entdeckt, mit dem die Dardennes seitdem in weiteren Filmen zusammengearbeitet haben.
Für Rosetta, einen Film, der von einer Jugendlichen mit einer alkoholkranken Mutter erzählt, die sich in einer belgischen Kleinstadt um ein besseres Leben bemüht, wurden sie in Cannes 1999 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Auch mit ihrem nächsten gemeinsamen Film Le Fils (Der Sohn), der sich erneut höchst komplex mit Vater-Sohn-Beziehungen und der Schwierigkeit zu verzeihen beschäftigt, waren sie drei Jahre später in Cannes erfolgreich. Sie waren für die Goldene Palme nominiert und erhielten den Sonderpreis der Jury. Seit den Festspielen des Jahres 2005 gehören sie zu dem kleinen Kreis der mehrfach mit einer Goldenen Palme ausgezeichneten Filmemacher. Ihre zweite Palme erhielten sie für L'Enfant (Das Kind), einen Film über ein junges Elternpaar, das von Zuwendungen und kleinen Diebstählen lebt, bis der Vater in ihrem neugeborenen Kind eine neue Einnahmequelle entdeckt.
2008 erhielten die Gebrüder Dardenne für Le Silence de Lorna erneut eine Einladung in den Wettbewerb der 61. Filmfestspiele von Cannes. In dem Drama ist die relativ unbekannte Schauspielerin Arta Dobroshi in der Titelrolle einer jungen Albanerin zu sehen, die mit ihrem Freund vom Besitz einer eigenen Snackbar träumt und in die Kriminalität abdriftet. Zwar unterlag der Film dem französischen Beitrag Entre les murs von Laurent Cantet, aber die Regiearbeit wurde mit dem Drehbuchpreis prämiert.
2011 stellten die beiden Brüder den Film Le Gamin au Vélo (Der Junge mit dem Fahrrad) fertig, der ihnen die fünfte Einladung in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes einbrachte. Im Mittelpunkt steht ein zwölfjähriger Junge, der das Kinderheim verlässt, um seinen Vater zu suchen und dabei von einer Friseuse (gespielt von Cécile de France) unterstützt wird. Mit diesem Film gewannen die Brüder Dardenne den Grossen Preis der Jury und ihr Drehbuch wurde mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.
2012 übernimmt Jean-Pierre Dardenne bei den 65. Filmfestspielen von Cannes die Leitung der Kurzfilm- und Cinéfondation-Jury.
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