Suchergebnisse zu ...
«Gustav Mahler: Ergebnisse»
|
Zur Person
|
||
|
Musiker Geburtstag: 18.07.1960 Gustav Mahler (* 7. Juli 1860 in Kalischt, Böhmen; + 18. Mai 1911 in Wien) war ein österreichischer Komponist im Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Er war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik, sondern auch einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und als Operndirektor ein bedeutender Reformer des Musiktheaters.
[>>] Quelle: Wikipedia Gustav Mahler (* 7. Juli 1860 in Kalischt, Böhmen; + 18. Mai 1911 in Wien) war ein österreichischer Komponist im Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Er war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik, sondern auch einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und als Operndirektor ein bedeutender Reformer des Musiktheaters.
Leben Kindheit und Familie Gustav Mahler entstammte einer jüdischen Familie. Sein Grossvater war Šimon Mahler, Pächter und später Besitzer einer Weinbrennerei in Kalischt. Dessen Sohn Bernard Mahler (* 1827 in Lipnitz; † 1889 in Iglau) heiratete 1857 Marie Herrmann (* 1837 in Ledetsch; † 1889 in Iglau), sie stammte aus der Familie eines Seifenfabrikanten. Nach der Heirat erwarben die Eltern Gustav Mahlers zu der Weinbrennerei einen Gasthof in Kalischt, das spätere Geburtshaus Gustav Mahlers. 1860 verkauften Mahlers Eltern ihren Gasthof und das Geschäft in Kalischt und zogen in die mährische Stadt Iglau, wo Mahler den überwiegenden Teil seiner Jugend verbrachte. Er musste mit ansehen, wie der Vater die Mutter schlug, ein Trauma, das er nur spät mit Freuds Hilfe bewältigen konnte. Von den vierzehn Kindern starben sechs früh. Gustav war das zweitälteste; sein Bruder Isidor war bei Gustavs Geburt jedoch schon gestorben. Besonders der Tod seines Bruders Ernst mit dreizehn Jahren, als Gustav selbst erst fünfzehn war, machte ihm sehr zu schaffen. Beide Eltern starben, als Mahler noch keine dreissig Jahre alt war. Danach fühlte er sich verpflichtet, für seine jüngeren Geschwister zu sorgen. Er half seinen Brüdern, bis sie selbstständig waren. Einer von ihnen wanderte nach Amerika aus. Mahler nahm seine Schwester Justine zu sich, die ihm viele Jahre den Haushalt führte, bis sie beide im selben Jahr heirateten. Justine (1868-1938) und Mahlers jüngste Schwester, Emma (1875-1933) heirateten die Brüder Arnold bzw. Eduard Rosé, die Musiker im Philharmonischen Orchester von Wien waren. Ausbildung Als Gustav Mahler vier Jahre alt war, begann seine musikalische Ausbildung mit dem Akkordeon. Kurz darauf hatte er seinen ersten Klavierunterricht. Mit sechs Jahren gab er bereits selbst Unterricht und komponierte erste Stücke, die jedoch nicht erhalten sind. Er besuchte die Grundschule, später das Gymnasium. Er las sehr viel, hörte Volks- und Tanzmusik bei entsprechenden festlichen Gelegenheiten, die Militärmusik der in Iglau stationierten Soldaten und in der Synagoge auch jüdische Musik. Alle diese Elemente sind in seinen Werken immer wieder zu finden. Mit zehn Jahren trat er zum ersten Mal als Pianist auf, und mit zwölf Jahren gab er Konzerte mit technisch sehr anspruchsvollen Stücken von Liszt und Thalberg. Mit fünfzehn Jahren ging er auf Empfehlung eines Freundes der Familie nach Wien ans Konservatorium und studierte bei Julius Epstein (Klavier) und Franz Krenn (Komposition). In beiden Fächern gewann er im nächsten Jahr den ersten Preis. Mitstudenten waren unter anderem Hans Rott, Hugo Wolf und Mathilde Kralik von Meyrswalden. Den Schulstoff lernte er als Externer selbstständig weiter. 1877 machte er die Abschlussprüfung am Gymnasium in Iglau. Zwar fiel er beim ersten Mal durch, schaffte es jedoch bei der Wiederholung. Im Dezember hörte er die Uraufführung von Anton Bruckners 3. Sinfonie und wurde beauftragt, einen vierhändigen Klavierauszug dafür herzustellen. 1878 schrieb er den Text für Das klagende Lied nach einem Märchen in der Bechstein-Sammlung, beendete das Kompositionsstudium mit dem Diplom und gewann mit einem Klavierquintett, das verschollen ist, den ersten Preis. In den Konservatoriumsjahren arbeitete er an zwei Opern, die unvollendet blieben: Die Argonauten nach einem Drama von Grillparzer und Rübezahl. An der Universität studierte er einige Semester lang Archäologie, Geschichte, bei Eduard Hanslick Musikgeschichte und hörte Vorlesungen bei Bruckner. Während dieser Studienjahre in Wien gehörte Mahler mit Siegfried Lipiner und anderen zu dem philosophischen und literarischen Freundeskreis um Engelbert Pernerstorfer, woraus Lebensfreundschaften entstanden und wodurch er vielfältige geistige Anregungen bekam. Für einige Jahre wurde er so auch zum strengen Vegetarier. Friedrich Eckstein gibt dazu folgende Beschreibung Mahlers: "Einer von ihnen war eher klein von Gestalt; schon in der sonderbar wippenden Art seines Ganges machte sich eine ungewöhnliche Reizbarkeit bemerkbar, sein geistig gespanntes, überaus bewegtes und schmales Gesicht war von einem braunen Vollbart umrahmt, sein Sprechen sehr pointiert und von stark österreichischer Klangfarbe. Er trug immer einen Pack Bücher oder Noten unter dem Arm und die Unterhaltung mit ihm ging zumeist stossweise vor sich. Sein Name war Gustav Mahler." - Friedrich Eckstein: Der Dirigent und Operndirektor 1880 wurde Gustav Mahler Kapellmeister im Sommertheater in Bad Hall und vollendete im November die Kantate Das klagende Lied. Es folgten verschiedene Kapellmeisterstellen, an denen er hauptsächlich Opern zu dirigieren hatte und mit diesem Genre reiche Erfahrungen sammeln konnte. Er hörte auch die bedeutendsten Dirigenten seiner Zeit mit Konzerten, machte ihre Bekanntschaft und die der Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski und Richard Strauss. Die Stationen waren: Laibach (1881-1882), Olmütz (1883), Kassel (1883-1885), Prag bei dem Intendanten Angelo Neumann (Juli 1885 bis 1886), Leipzig (Juli 1886 bis Mai 1888) als Kollege von Arthur Nikisch, mit dem es zu Rivalitäten kam, und Budapest (Oktober 1888 bis März 1891), wo er Königlicher Operndirektor war. Er kam (1883) auch zum ersten Mal nach Bayreuth, sah Festspielaufführungen und machte die Bekanntschaft von Cosima und Siegfried Wagner. In Budapest besuchte Brahms eine Vorstellung des Don Giovanni, in der Lilli Lehmann sang, und er war von Mahler als Dirigent sehr beeindruckt. Von März 1891 bis April 1897 war Mahler erster Kapellmeister am Stadt-Theater in Hamburg. Er gehörte inzwischen zu den anerkannten Dirigenten Europas, dessen grosse Städte er als Gastdirigent bereiste, z. B. mit grossem Erfolg London von Juni bis Juli 1892. Mahler hatte in diesen Jahren ein überaus anstrengendes Arbeitspensum. Er dirigierte mehr als heute üblich, beispielsweise in der Saison 1894/95 138 von 367 Vorstellungen, dazu acht Philharmonische Konzerte. Im selben Jahr komponierte er verschiedene Lieder, vollendete die 2. Sinfonie, leitete in Berlin die Uraufführung ihrer ersten drei Sätze und komponierte in wenigen Sommerwochen fünf Sätze (ausser dem ersten) der 3. Sinfonie. In Hamburg legte er ausserdem mit seiner Opernarbeit den Grundstein zu einem neuen Musiktheaterstil. In der Hamburger Zeit ging er neue Freundschaften ein. Besonders wichtig wurde die mit dem jungen Bruno Walter, der als Chorleiter und Korrepetitor über Empfehlung von Bernhard Pollini an das Stadttheater kam. Walter folgte ihm auch als zweiter Kapellmeister nach Wien und setzte sich im Lauf seines ganzen Lebens mit all seinem Können für die Musik Gustav Mahlers ein. "Und da stand er nun in Person in der Theaterkanzlei, als ich von meinem Antrittsbesuch bei Pollini heraustrat: bleich, mager, klein von Gestalt, länglichen Gesichts, die steile Stirn von tiefschwarzem Haar umrahmt, bedeutende Augen hinter Brillengläsern, Furchen des Leides und des Humors im Antlitz, das, während er mit einem anderen sprach, den erstaunlichsten Wechsel des Ausdrucks zeigte, eine gerade so interessante, dämonische, einschüchternde Inkarnation des Kapellmeisters Kreisler, wie sie sich der jugendliche Leser E. Th. A. Hoffmann'scher Phantasien nur vorstellen konnte; er fragte mich freundlich-gütig nach meinen musikalischen Fähigkeiten und Kenntnissen - was ich zu seiner sichtlichen Befriedigung mit einer Mischung von Schüchternheit und Selbstgefühl erwiderte - und liess mich in einer Art Betäubung und Erschütterung zurück. […] Mahler erschien mir in Antlitz und Gebaren als Genie und Dämon […] " - Bruno Walter: 1897 bis 1907 war Mahler mit seiner Karriere am angestrebten Ziel. Er hatte die in Europa herausragende Stellung eines ersten Kapellmeisters und Hofoperndirektors in Wien. Hier führte er von 1900 bis 1903 mit Heinrich Lefler und ab 1903 mit Alfred Roller, einem bildenden Künstler, den er zur Tätigkeit als Bühnenbildner animierte, seine Opernreform durch. Durch intensive Probenarbeit steigerte er die Leistung von Orchester und Sängerensemble und fügte sie in ein dramatisches Gesamtkonzept ein. Hohle pathetische Gesten am Bühnenrand stehender Gesangskünstler in überladenen Kostümen und Bühnenbildern verwandelte Roller in entrümpelte, interessant durchstrukturierte Bühnenräume und in Bewegungskostüme, in denen Mahler die Sängerdarsteller wirklich spielen und ihre Rollen auch als Schauspieler ausgestalten liess. Da er in Wien die besten Sänger und Sängerinnen engagieren konnte, wurde seine Zeit als Hofopernintendant eine Hochblüte und kann als Beginn der neuzeitlichen Operninszenierung bezeichnet werden. Darunter waren die Sänger-Schauspielerin Anna von Mildenburg, die beste Wagner-Darstellerin dieser Zeit, die Koloratursängerin Selma Kurz, deren besonders lange "Kurz-Triller" berühmt wurden, Marie Gutheil-Schoder, die als Carmen und in anderen leidenschaftlichen Mezzosopranrollen brillierte, Hermann Winkelmann und Leopold Demuth, die Heldentenöre Erik Schmedes und Franz Naval sowie der Jahrhundertsänger Leo Slezak, dessen bemerkenswerte Kopfstimme noch auf ersten Schallplatten von 1905 in einer Arie aus "Die weisse Dame" und in Lohengrins Abschiedsgesang zu hören ist, sowie die dramatische Ausdruckskraft dieses ganz von Mahlers Inszenierungskunst geprägten Sängers in Tannhäusers "Romerzählung". Mahler liess sich taufen und konvertierte zum Katholizismus, da er mit Recht antisemitische Hindernisse fürchtete: "Mein Judentum verwehrt mir, wie die Sachen jetzt in der Welt stehen, den Eintritt in jedes Hoftheater. - Nicht Wien, nicht Berlin, nicht Dresden, nicht München steht mir offen. Überall bläst der gleiche Wind." Dem jüdischen Glauben stand er nicht besonders nahe. Seine Weltanschauung war eher eine naturreligiöse und philosophische, was an seinen Angaben und Texten zur 3. Sinfonie, zur 8. Sinfonie und zum Lied von der Erde besonders ausgeprägt zu erkennen ist. Er befasste sich jedoch auch intensiv mit dem Auferstehungs- und Erlösungsgedanken des Christentums, was besonders in der 2. und 3. Sinfonie deutlich wird. Während der Wiener Jahre reiste er durch ganz Europa, u. a. bis Sankt Petersburg, Venedig, Rom, Paris, Amsterdam, um zu dirigieren und seine eigenen Kompositionen mit unterschiedlichem Erfolg aufzuführen. Er gewann überall enthusiastische Anhänger. In Amerika wurden seine Werke ebenfalls aufgeführt und sehr geschätzt. Neue Freundschaften entstanden unter anderem mit den Brüdern Rosé, den Malern der Sezession und besonders den jungen Komponisten Arnold Schönberg, Alexander von Zemlinsky und Alban Berg, die seine Musik bewunderten und hoch schätzten. Willem Mengelberg in Amsterdam gehörte zu den jungen Dirigenten, die seine Sinfonien aufführten. Zur Uraufführung der 6. Sinfonie in Essen kamen viele Freunde von weither angereist. Mahlers Ungeduld mit Sängern und Orchestermitgliedern, die seinen Ansprüchen nicht genügten, zunehmende Tourneen als Dirigent eigener Werke, eine Pressekampagne gegen ihn mit antisemitischen Tendenzen und Streitigkeiten mit seinen Vorgesetzten bei Hof über häufige Abwesenheiten und die Programmgestaltung, deren Gipfel das Verbot der Uraufführung von Richard Strauss' Salome war, brachten schliesslich beide Seiten dazu, Mahlers Wiener Amt zu beenden. Er erhielt jedoch eine hohe Pension. Im Januar 1908 begann sein Vertrag bei der Metropolitan Opera in New York, wo er bis zu seinem Tod blieb. Wieder arbeitete er mit den besten Sängern und Sängerinnen, unter anderen mit Enrico Caruso, Emmy Destinn, Leo Slezak, konnte aber seine Inszenierungsvorstellungen nicht ganz seinen Wünschen entsprechend umsetzen wie in Wien. Ab dem 1. November 1909 leitete er ausschliesslich die Konzerte der New Yorker Philharmoniker. Von der Ehe hatte Mahler eher konservative Vorstellungen, und als er im März 1902 Alma Schindler (geboren 1879) heiratete, bestand er darauf, dass sie nicht weiterkomponierte, um stattdessen ihre Aufgaben als Ehefrau und Mutter wahrnehmen zu können. Alma ging darauf ein, nahm es ihm jedoch bis ins Alter hinein übel. Sie selbst war unter zahlreichen Künstlern aufgewachsen. Ihr Vater Emil Jakob Schindler und ihr Stiefvater, Carl Moll, waren Maler. Über ihr Elternhaus lernte sie Max Klinger, Gustav Klimt, Alexander von Zemlinsky (bei dem sie Kompositionsunterricht nahm) und andere kennen. Sie wurde in die Gespräche einbezogen, geliebt und für ihre Schönheit bewundert. Mahler und sie hatten sich im "Salon" Bertha Zuckerkandls kennengelernt. Alma war von Mahler als Persönlichkeit und Dirigent fasziniert. Mit seiner Musik konnte sie jedoch wenig anfangen, und in der Ehe mit dem 19 Jahre älteren Mann vermisste sie so einiges. Mahler liebte sie leidenschaftlich und innig, hatte durch sein riesiges Arbeitspensum jedoch wenig Zeit für Besuchsabende und andere Vergnügungen und war während der Ferien in einem extra für ihn gebauten Komponierhäuschen (1893-1896: Steinbach am Attersee, 1900-1907: Maiernigg am Wörthersee, 1908-1910: Toblach) vollkommen in seine Musik vertieft. Er fühlte sich als ihr "Lehrer" in Bezug auf Weltanschauung und das Leben. Des öfteren sprach er aus (in Briefen erhalten), dass er sich wünschte, sie hätte mehr "Reife". Die beiden bekamen zwei Töchter, im November 1902 Maria Anna, im Juni 1904 Anna Justine, worüber Mahler sehr glücklich war. Alma konnte jedoch nicht verstehen, dass er 1904, während die beiden vergnügt im Garten spielten, seine Kindertotenlieder vollendete, auf Texte von Friedrich Rückert, die dieser nach dem Tod seiner Tochter Luise und seines Sohnes Ernst geschrieben hatte. Nach Mahlers Tod heiratete Alma den Architekten Walter Gropius (1915) und später (1929), nach ihrer Scheidung von Gropius, den Dichter Franz Werfel. Die Tochter Anna ging mit ihrer Mutter zunächst nach Kalifornien und lebte später als Bildhauerin in Spoleto. Sie starb 1988 während eines Besuches bei ihrer Tochter Marina in London. Krankheiten, Lebenskrise, Tod Mahlers Gesundheit war zeit seines Erwachsenenlebens durch ein Hämorrhoidenleiden, an dem er mehrmals fast verblutet wäre, und durch immer wiederkehrende, nie wirklich auskurierte Mandelentzündungen gestört, die wahrscheinlich auch die Ursache für seine bakterielle Herzerkrankung waren, an der er letztlich verstarb. Das Jahr 1907 bedeutete eine Lebenswende in vielerlei Hinsicht. Es war abzusehen, dass die Zeit als Operndirektor wegen der zunehmenden Aktivität als Komponist und Dirigent eigener Werke sowie wegen Schwierigkeiten und Enttäuschungen zu Ende ging. Der Kontrakt mit der Metropolitan Opera in New York war unterschrieben, als die ältere Tochter im Juli plötzlich an Diphtherie starb, was Alma und Gustav Mahler sehr tief traf, die Bindung aber nicht verstärkte. Bei Mahler, der zur Erholung schnelle und weite Wanderungen brauchte, das Schwimmen in eiskaltem Wasser liebte und dessen Tätigkeit als Dirigent ja auch physisch sehr lebhaft und anstrengend war, wurde eine Herzkrankheit diagnostiziert. Er glaubte, am Abgrund zu stehen, war tief verzweifelt, ahnte aber nicht, wie wenige Jahre ihm tatsächlich nur noch bleiben sollten. Er nahm schliesslich all seine Aktivitäten doch wieder auf. Die eigentliche Verarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Erlebten und den Themen Abschied vom Leben, Sinn des Daseins, Tod, Erlösung, Leben nach dem Tod und Liebe geschah bei ihm wie stets in der Musik. Es entstand Das Lied von der Erde, in dem das Leben in seinen verschiedenen Aspekten und der Abschied von ihm in chinesischen Texten in der Übersetzung von Hans Bethge dargestellt wird. Es entstand weiterhin die 9. Sinfonie sowie eine im Particell fertiggestellte 10., die aber nicht bis zur Aufführungsreife vollendet ist. Die Abreise Mahlers im Dezember 1907 von Wien wurde zum triumphalen Ereignis. Etwa zweihundert Menschen hatten sich zum Abschied am Westbahnhof eingefunden, darunter Arnold Schönberg, Alban Berg, Anton Webern, Alfred Roller, Carl Moll, Gustav Klimt, Bruno Walter und Arnold Rosé. Alma Mahler erinnerte sich: Sie standen, als wir ankamen, alle schon da, die Hände voll Blumen, die Augen voll Tränen, stiegen in unser Coupé, bekränzten es, die Sitze, den Boden, alles. Als sich der Zug in Bewegung setzte, sprach Gustav Klimt aus, was viele dachten: "Vorbei!" Die Begeisterung, mit der Mahler in Amerika an der Metropolitan Opera mit seinen Konzerten - und auch mit seiner eigenen Musik - aufgenommen und gefeiert wurde, war noch einmal ein wirklicher Höhepunkt in seinem Leben. Sogar die gesellschaftlichen Einladungen genoss er mit Freude. 1910, im letzten Jahr seines Lebens, gab es jedoch auch in New York menschliche und künstlerische Schwierigkeiten mit dem Philharmonischen Orchester. Die Liebesaffäre seiner Frau mit Walter Gropius im Sommer 1910 brachte Mahler an den Rand geistiger Dissoziation. Er suchte Sigmund Freud auf - sie trafen sich im holländischen Leyden - und machte bei ihm eine Kurz-Analyse, die nur einen Nachmittag dauerte. Freud selbst schrieb in einem Brief an Theodor Reik von 1933 unter anderem darüber: "Wir haben in höchst interessanten Streifzügen durch sein Leben seine Liebesbedingungen, insbesondere seinen Marienkomplex (Mutterbindung) aufgedeckt. Ich hatte Anlass, die geniale Verständnisfähigkeit des Mannes zu bewundern. Auf die symptomatische Fassade seiner Zwangsneurose fiel kein Licht. Es war wie wenn man einen einzigen, tiefen Schacht durch ein rätselhaftes Bauwerk graben würde." - Die Uraufführung der 8. Sinfonie am 12. September 1910 in München und die Wiederholung des Konzerts am folgenden Tag waren für Mahler triumphale Erfolge. Als der letzte Ton des Werkes verklungen war, wollte der begeisterte Applaus nicht enden; er soll über eine halbe Stunde gedauert haben. Die Entstehung der (unvollendeten) 10. Sinfonie im Sommer (Juli-August) 1910 fällt in die Zeit einer schweren Ehekrise. Alma Mahler, die sich von ihrem Mann vernachlässigt fühlte, hatte in einem Kurort eine Liebesaffäre mit dem jungen Architekten Walter Gropius begonnen. In glühender Leidenschaft schrieb ihr Gropius einen Liebesbrief, den er jedoch versehentlich an Mahler selbst adressierte. Die Folgen waren unermesslich. Mahler war von der Vorstellung gepeinigt, Almas Liebe für immer verloren zu haben. Die Angst, er sei zu alt für sie, lässt sich bis in die Zeit der Verlobung zurückverfolgen und brach mit einer solchen Gewalt hervor, dass sie ihn in die Verzweiflung trieb. Er versuchte mit den grössten Liebesbezeugungen, einschliesslich der Widmung der 8. Sinfonie an Alma, sie wieder für sich zu gewinnen. Für ihn war seine Frau der Angelpunkt seines Daseins. Das Manuskript der 10. Sinfonie weist eine Fülle intimer Eintragungen auf, die dokumentieren, dass Mahler damals die schwerste existentielle Krise seines Lebens durchmachte. Die tief bewegenden Ausrufe lassen erkennen, dass die Adressatin dieser Eintragungen Alma war: "Du allein weisst, was es bedeutet. Ach! Ach! Ach! Leb' wol mein Saitenspiel! Lebe wol, Leb wol. Leb wol." (Am Ende des vierten Satzes) - "Für dich leben! Für dich sterben! Almschi!" (am Schluss des Finales). Am 21. Februar 1911 dirigierte Mahler in New York sein letztes Konzert. Er war schon krank. Zunächst wurde eine Grippe vermutet, doch die Krankheit erwies sich als eine bakterielle Herzkrankheit. Die Ärzte in Amerika, Paris und schliesslich Wien konnten nichts mehr für ihn tun. Mahler starb am 18. Mai 1911 in Wien und wurde auf dem Grinzinger Friedhof (Gruppe 6, Reihe 7, Nummer 1/2) in einem ehrenhalber gewidmeten Grab begraben. Der Musikjournalist Paul Stefan berichtete über die Beisetzung: Mahler vertonte auch eigene Texte. Die Lieder eines fahrenden Gesellen basieren grossteils auf Jugendgedichten; im Finale der 2. Sinfonie kombinierte er Strophen aus Die Auferstehung von Klopstock mit eigenen Versen. Schon zu Lebzeiten war Mahler als einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Generation allgemein anerkannt. Sein Wirken an der Wiener Hofoper gilt als epochal. Mahlers musikalische und szenische Interpretationen zeichneten sich - gemessen an damaligen Standards - durch hohe Werktreue aus. Er scheute sich aber auch nicht, Änderungen an den Partituren vorzunehmen, wenn es der von ihm beabsichtigten Wirkung diente. Sein Vorbild übte unmittelbaren Einfluss auf eine jüngere Dirigentengeneration aus (Bruno Walter, Otto Klemperer, Willem Mengelberg u. a.). Sein Rang als Komponist dagegen war noch bis weit nach seinem Tod umstritten. Es bildete sich zwar schnell eine Gemeinde enthusiastischer Anhänger, aber in der musikinteressierten Öffentlichkeit trafen seine Schöpfungen zunächst überwiegend auf Desinteresse, Unverständnis oder Ablehnung. Erst in den 1960er-Jahren konnte sich sein Werk im Zuge der sogenannten "Mahler-Renaissance" endgültig durchsetzen. Eine wichtige Rolle spielten hierbei die Dirigenten Leonard Bernstein und Rafael Kubelik, die auch zeitgleich die ersten Stereo-Gesamteinspielungen der Sinfonien aufnahmen (Kubelik begann als erster mit seiner Gesamtaufnahme, Bernstein brachte seine aber schneller zum Abschluss). Als ebenso wichtige Beiträge zur Mahler-Renaissance gelten die Einspielungen von Georg Solti, Bernard Haitink, Jascha Horenstein und Wyn Morris. Heute wird Mahlers Werk häufig gespielt und von namhaften Interpreten auf Tonträgern verbreitet. Mahler selbst gilt als eine paradigmatische Künstlerpersönlichkeit des Fin de Siècle. So sahen es schon die Zeitgenossen: Thomas Mann etwa setzte Mahler bereits ein Jahr nach dessen Tod ein Denkmal in der Novelle Der Tod in Venedig, deren Protagonist, der Schriftsteller Gustav Aschenbach, Züge des Komponisten trägt - und die der Erzähler (versteckt) ins Jahr 1911 datiert. In Manns grossem Alterswerk Doktor Faustus ist eine Inkarnation des Teufels (die eines Musiktheoretikers im sogenannten Teufelskapitel) der Physiognomie Mahler zuzuordnen, die Theorie jedoch - sogar wortwörtlich - von T. W. Adorno, z. T. mit dessen aktiver Beteiligung bei der Romanentstehung. Luchino Visconti verstärkt in seinem Film Tod in Venedig von 1971 diesen Eindruck noch, indem er aus Aschenbach einen Komponisten macht. Ken Russell fokussiert 1974 in seiner Filmbiografie Mahler auf die letzte Reise des todkranken Mahler nach Wien und ergänzt sie in Rückblenden mit Erinnerungen an die Biografie des Künstlers sowie freien, mit Mahlers Musik unterlegten Assoziationen. Am Ende von Russells Film läuft Mahler auf seinen Arzt, der um den Gesundheitszustand des Komponisten weiss, zu und jubelt: "I am going to live forever!" Als Soundtrack verwendete Russell Mahler-Aufnahmen des Koninklijk Concertgebouworkest unter Bernard Haitink. 1996 wurde anlässlich der Wiener Festwochen das Theaterstück "Alma - A Show biz ans Ende" von Joshua Sobol unter der Regie von Paulus Manker uraufgeführt. Das Stück beschreibt in simultanen Handlungen das Leben Mahlers und seiner Frau Alma, die gesamte Musik entstammt Mahlers Werk. Das interaktive Stück wurde 1999 verfilmt. Es folgten mehrsprachige Neuproduktionen in verschiedenen europäischen Städten sowie in Los Angeles und Jerusalem. Anlässlich des 100. Todestages von Gustav Mahler fand 2011 das Internationale Mahler-Festival in Leipzig statt. [<<] Dieser Text basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Bild: Leonhard Berlin-Bieber (1841-1931)[1][2] E. Bieber Alternative Namen |
||
| Tampopo (1986) |
| Harlis (1972) |
| Morte a Venezia (1971) |
| The Honeymoon Killers (1969) |
Replay TV
| 27.05.12 | 10:50 |
|
Dietrich Fischer-Dieskau sin... | Musik |
|
|
TV-Programm
| 27.05.12 | 10:50 |
|
Dietrich Fischer-Dieskau sin... | Musik |
|
||
| 03.06.12 | 15:00 |
|
Als die Fremden kamen - Somm... | Doku |
|
||
| 10.06.12 | 23:00 |
|
Honeymoon Killers - Spielfil... |
|
WebTV
| 04.04.11 | 04'19 |
|
10vor10 - Gustav Mahler, der «coole» Komponis... |
|
| 26.09.10 | 07'23 |
|
ttt - titel thesen temperamente - Cameron Car... |
|
| 07.07.10 | 02'18 |
|
Tagesschau - 150-Jahre Jubiläum für Gustav Ma... |
|
| 07.07.10 | 01'51 |
|
Tagesschau - 150-Jahre Jubiläum für Gustav Ma... |
|
| 04.07.10 | 05'17 |
|
ttt - titel thesen temperamente - Romantiker,... |
|

