Elliot Bruce Goldenthal (* 2. Mai 1954 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Komponist von Konzert-, Kammer-, Film- und Theatermusik. Seine Grosseltern sind jüdisch-rumänische Einwanderer aus Bukarest und Iași.
[>>]Quelle: Wikipedia
Elliot Bruce Goldenthal (* 2. Mai 1954 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Komponist von Konzert-, Kammer-, Film- und Theatermusik. Seine Grosseltern sind jüdisch-rumänische Einwanderer aus Bukarest und Iași.
Goldenthal ist ein Schüler der Komponisten Aaron Copland und John Corigliano gewesen und hat an der Manhattan School of Music u.a. Trompete und Kompositionslehre studiert. Darüber hinaus spielt Goldenthal Klavier und singt im Bariton. Er hat sowohl den Bachelor als auch den Master-Grad in Komposition erworben.
Schon zur Studienzeit interessierte sich Goldenthal sehr für das Medium Film, so schrieb er sich 1973 parallel zu seinem Hauptstudium an der NYU's School of Film and Television ein und lernte dort das Regieführen als Grundlage für seine spätere Tätigkeit als Filmkomponist. In der Folge begann Goldenthal ohne bzw. für geringe Gagen, Musik für Studentenfilme und Tanzgruppen zu komponieren. Die beiden erfolgreichen Theaterstücke The King Stag (1983) und Juan Darièn, A Carnival Mass (1988) machten schliesslich einige Filmregisseure auf seine Arbeiten aufmerksam.
Der New Yorker wurde dann in den neunziger Jahren durch zahlreiche aussergewöhnliche Filmmusiken einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und zählt heute wegen der technischen und konzeptionellen Vielseitigkeit seiner Arbeiten zu den renommiertesten Komponisten auf diesem Gebiet.
Kompositionstechniken
Mit Blick auf Goldenthals bisherige Arbeiten fällt deutlicher Pluralismus auf - der Komponist verwendet nebeneinander Techniken u.a. der klassischen Moderne, der Spätromantik, der polnischen Avantgarde, der Minimal Music und des Jazz. Es fällt ihm ebenso leicht, spezifisch ethnische oder popularmusikalische Parameter und Instrumentierungen in ein Ganzes zu integrieren.
Die Musik zu Julie Taymors Shakespeare-Adaption Titus (1999) ist exemplarisch - hier lässt der Komponist Techniken verschiedener Zeiten und Räume unter dem Integral seines Personalstils interagieren und kollidieren. Ganz analog Taymors Filmkonzept: Durch die Kollision von Architekturen, Moden und Ausstattungsdetails diverser Epochen und Kulturkreise auf einer einzigen filmischen Ebene wird unter Beibehaltung der Shakespeare'schen Verssprache versucht, das Drama aus einem spezifischen Zeitrahmen herauszubrechen und dadurch den Anspruch des Racheplots auf Allgemeingültigkeit für die menschliche Natur herauszustellen.
Goldenthals Musik zu The Good Thief (2003) ist vor allem von nordafrikanischer Perkussion und amerikanischem Jazz inspiriert. Für Alien 3 (1992) komponierte Goldenthal teils aleatorische Musik. Für den ersten Satz seines Blechbläserquintetts No. 2 (1980), Quinque, verwendete er kontrollierte Improvisation auf Grundlage einer serialistischen Reihe von fünf Tönen.
Stilmerkmale
Trotz der Vielfalt an Kompositionstechniken und Gestaltungsmitteln lässt sich Elliot Goldenthals Musik meist eindeutig seiner Feder zuordnen. Typische stilistische Merkmale in Goldenthals Musik sind asymmetrische Rhythmen, chromatische Harmonien, Blech-Cluster und, zumeist im Hornpart, die schnelle Abwechslung zwischen einem Ton und seiner geringfügigen Beugung, das so genannte Pitchbending. Melodisches, oftmals von Soloinstrumenten im Orchester gespielt, steht häufig im Kontrast komplexen, dissonanten Klangtexturen gegenüber.
Die orchestrale und Ensemble-Musik Elliot Goldenthals zeichnet sich stets durch filigrane und oftmals ungewöhnliche Orchestrierungen bzw. Instrumentierungen aus. So finden sich neben den bekannten Instrumenten des modernen Sinfonieorchesters auch randständige Instrumente wie Glasharmonika, Theremin, Didjeridu und das von Robert Rutman erfundene steel cello in Goldenthals orchestralem Werk wieder. Hinzu kommen regelmässig E-Gitarre und Saxophon.
Typisch für sein Filmwerk ist das gelegentliche ironische oder tragische Brechen gewisser Techniken durch Überzeichnung und Steigerung ins Groteske. So parodiert er etwa in Batman Forever (1995) Wagner'sche Dramatik, was sich auch im Titel des Stückes Bätterdämmerung niederschlägt.
Experimente
Goldenthal arbeitete für seine Musik zu Drugstore Cowboy (1989, für fünf Musiker) mit selbstprogrammierten Keyboards und setzte im Track Heist and Hat Samples des menschlichen Atems als einzige Klangquelle neben einem Tenorsaxophon und Perkussion ein.
Der Komponist sucht häufig nach neuen Wegen, bekannte Instrumente zu spielen (Experimente mit Trompeten-Mundstücken; Singen durch das Instrument) und setzt Instrumente in ungewöhnlichen Funktionen ein - so verwendete er beispielsweise ein Saxophon als Rhythmusinstrument in seiner Thriller-Filmmusik In Dreams (1998).
Für Alien 3 (1992) erstellte er in der Kompositionsphase digital Klangtexturen, die dann später bei der Aufnahme vom Sinfonieorchester imitiert wurden. Des Weiteren verwendete Goldenthal bei diesem Werk Scheren und gespanntes Klavierseil als Klanggeber. Auch in The Good Thief sind selbstgemachte Instrumente zu hören: Plastikmesser, -löffel und -gabeln, die mittels Resonanzkörper zum Klingen gebracht werden. Zur Umsetzung seiner elektronischen Musik, die immer im Kontext eines akustischen Ensembles steht, greift der Komponist bei nahezu all seinen Werken auf den Jazzmusiker und Klangdesigner Richard Martinez zurück.
[<<]Dieser Text basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.