Dominik Graf (* 6. September 1952 in München) ist ein deutscher Film- und Fernsehregisseur.
Leben
Der Sohn des Schauspielerehepaares Robert Graf und Selma Urfer besuchte das Max-Gymnasium in München und 1969 bis 1972 das Internat Stein an der Traun, wo er das Abitur machte. 1972 bis 1974 studierte er Germanistik und Musikwissenschaften in München. 1974 wechselte er an die Hochschule für Fernsehen und Film München. Seither betätigte er sich als Darsteller, Drehbuchautor und vor allem als Regisseur. Von Beginn an wurde er auch für das Fernsehen tätig. Bis 2010 gewann er achtmal den Adolf-Grimme-Preis und ist damit der am häufigsten ausgezeichnete Träger dieses Fernsehpreises.
In seinen Filmen hat Graf sich öfters am amerikanischen Genrekino orientiert und versucht, es auf deutsche Verhältnisse zu übertragen. Graf gilt als grosser Filmliebhaber und schreibt gelegentlich auch über Filmthemen in verschiedenen Zeitungen.
Seit 2004 ist Dominik Graf Professor für Spielfilmregie an der Internationalen Filmschule Köln und wurde 2005 zum Honorarprofessor ernannt.
Er war mit der amerikanischen Drehbuchautorin und Regisseurin Sherry Hormann verheiratet (eine gemeinsame Tochter) und mit der Schauspielerin Adelheid Arndt liiert. Graf ist jetzt Lebensgefährte der Regisseurin Caroline Link und hat mit ihr eine Tochter. Seinem Vater widmete er den Essayfilm Das Wispern im Berg der Dinge.
Filmografie (Auswahl)
- 1975: Carlas Briefe
- 1977: Der Mädchenkrieg (als Darsteller)
- 1979: Der kostbare Gast
- 1980: Der Familientag
- 1982: Das zweite Gesicht
- 1984: Treffer
- 1985: Drei gegen Drei
- 1986: Tatort 184 - Schwarzes Wochenende
- 1987: Die Katze
- 1989: Tiger, Löwe, Panther
- 1990: Der Fahnder (Krimiserie), mehrere Folgen
- 1990: Spieler
- 1994: Die Sieger
- 1995: Tatort 322 - Frau Bu lacht
- 1996: Sperling und das Loch in der Wand
- 1996: Reise nach Weimar
- 1997: Denk ich an Deutschland… - Das Wispern im Berg der Dinge
- 1997: Doktor Knock
- 1998: Sperling und der brennende Arm
- 1998: Deine besten Jahre
- 1999: Bittere Unschuld
- 2000: München - Geheimnisse einer Stadt
- 2002: Der Felsen
- 2002: Die Freunde der Freunde
- 2003: Hotte im Paradies
- 2004: Kalter Frühling
- 2005: Der Rote Kakadu
- 2005: Polizeiruf 110 - Der scharlachrote Engel
- 2006: Eine Stadt wird erpresst
- 2006: Polizeiruf 110 - Er sollte tot …
- 2007: Das Gelübde
- 2008: Kommissar Süden und der Luftgitarrist
- 2009: Deutschland 09 - Der Weg, den wir nicht zusammen gehen
- 2010: Im Angesicht des Verbrechens
Auszeichnungen
- 1980 - Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Nachwuchsregie für Der kostbare Gast, seine Abschlussarbeit an der Filmhochschule
- 1983 - Brussels International Festival of Fantastic Films: Spezialpreis für Das zweite Gesicht
- 1988 - Filmband in Gold (Regie) für Die Katze
- 1989 - Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Tiger, Löwe, Panther
- 1997 - Adolf-Grimme-Preis für Sperling und das Loch in der Wand
- 1998 - Bayerischer Fernsehpreis
- 1998 - Adolf-Grimme-Preis für Doktor Knock
- 1998 - Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Der Skorpion
- 1999 - Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für Sperling und der brennende Arm
- 1999 - Adolf-Grimme-Preis für Denk ich an Deutschland… - Das Wispern im Berg der Dinge
- 2003 - Adolf-Grimme-Preis für Die Freunde der Freunde
- 2003 - Filmpreis der Stadt Hof
- 2004 - Deutscher Fernsehpreis
- 2004 - Hans Abich Preis für besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm
- 2005 - DIVA-Award - Beste Regieleistung des Jahres (Jurypreis)
- 2006 - Adolf-Grimme-Preis mit Gold für Polizeiruf 110 - Der scharlachrote Engel
- 2007 - Auf dem Madrid Móstoles International Film Festival den Preis als Bester Regisseur für Der rote Kakadu
- 2007 - Adolf-Grimme-Preis für Polizeiruf 110 - Er sollte tot …
- 2007 - Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste: Sonderpreis für Regie für Eine Stadt wird erpresst
- 2008 - Adolf-Grimme-Preis für Eine Stadt wird erpresst
- 2008 - Filmkunstpreis für Das Gelübde beim Festival des deutschen Films
- 2010 - Adolf-Grimme-Preis für Kommissar Süden und der Luftgitarrist
Literatur
- Dominik Graf: Verstörung im Kino. Hrsg. von Hauke Hückstädt. Wehrhahn Verlag Laatzen. ISBN 3-932324-51-X.
- Peer Moritz: Dominik Graf, mit einem Essay von Peter Körte. in CineGraph, Lg. 18. (1991). edition text+kritik
- Dominik Graf: Schläft ein Lied in allen Dingen. Texte zum Film, herausgegeben und mit einem Vorwort von Michael Althen (2009). Alexander Verlag Berlin, ISBN 978-3-89581-210-1
Weblinks
- Dominik Graf in der und Version der Internet Movie Database
- bei crew united
- Prof. Dominik Graf an der
- Dominik Graf im Video-Interview bei Cargo: ,
Einzelnachweise
↑ , Kölner Stadtanzeiger, abgerufen am 11. März 2010
↑ des Madrid Móstoles International Film Festival 2007
Normdaten: Personennamendatei (PND):
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