Claudia Llosa (* 15. November 1976 in Lima) ist eine peruanische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin.
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Claudia Llosa (* 15. November 1976 in Lima) ist eine peruanische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin.
Biografie
Die Nichte des peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa, dessen Vetter der Filmregisseur und Produzent Luis Llosa ist, studierte in ihrer Heimatstadt Kommunikationswissenschaft und zog Ende der 1990er Jahre nach Spanien. In Madrid absolvierte sie von 1998 bis 2001 an der Kunsthochschule Escuela TAI ein Film- und Fernsehstudium in der Fachrichtung Drehbuch. Zum Ende ihrer Ausbildung begann Llosa die Arbeit an dem Filmskript Madeinusa, ihrem ersten Spielfilm und zog wenig später nach Barcelona, wo sie Arbeit in der Werbebranche fand. In Barcelona beendete sie die Arbeit an dem Drehbuch, das in einem abgelegenen Andendorf spielt und nahm damit 2003 am Wettbewerb des Filmfestivals des Neuen Lateinamerikanischen Films in Havanna teil. Die Geschichte um eine junge und attraktive Bürgermeistertochter, die während den traditionellen und dekadenten Feierlichkeiten zur Karwoche die Bekanntschaft eines Grossstädters macht, brachte Llosa den Preis für das beste unveröffentlichte Drehbuch ein.
Der Auszeichnung folgten Filmstipendien, darunter Aufenthalte in New York, in der Fundación Carolina in Madrid und der Besuch des Screenwriter's Lab des Sundance Film Festival. 2006 stellte Llosa ihr Erstlingswerk Madeinusa fertig, bei dem sie neben der Regie auch die Koproduktion mit ihrer eigenen Firma Vela übernahm. Ihr Erstlingswerk, mit Laiendarstellern besetzt, errang die Gunst der Kritiker und gewann zahlreiche Festivalpreise, darunter den FIPRESCI-Preis des International Film Festival Rotterdam und wurde als offizieller peruanischer Beitrag für die Nominierung um den besten fremdsprachigen Film bei der Oscarverleihung 2007 ausgewählt. Ebenso positiv äusserte sich die deutsche Fachpresse über Madeinusa. Der film-dienst hob den besonderen Humor und das ironische Spiel mit Stereotypen in dem zwischen Melodram und fast dokumentarischer Inszenierung angesiedelten Film hervor, während die Frankfurter Allgemeine Zeitung die peruanisch-spanische Produktion für Bildkraft und Idee hochlobte, mit dem der Film das gegenwärtige südamerikanische Kino um Haupteslänge überragen würde.
2009 stellte Llosa ihren zweiten Spielfilm Eine Perle Ewigkeit fertig, der eine Einladung in den Wettbewerb der 59. Filmfestspiele von Berlin erhielt. Erstmals in der Geschichte des Filmfestivals konkurrierte damit ein peruanischer Film um den Goldenen Bären und wurde schliesslich auch von der Jury mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Bei dem Drama zeigte sich die Regisseurin einmal mehr für das Drehbuch und die Produktion verantwortlich und vertraute ihrer Titelheldin aus Madeinusa, Magaly Solier, die Hauptrolle an. Die Geschichte spielt auf den jahrzehntelangen Kampf zwischen der maoistischen Guerillaorganisation Sendero Luminoso und der Staatsmacht um den ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori an und schildert die Geschichte einer jungen Frau, deren Mutter vergewaltigt wurde und die deshalb selbst unter einem schweren Trauma leidet. Neben weiteren internationalen Festivalpreisen erhielt Llosas Film 2010 als erste peruanische Kinoproduktion eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film zugesprochen.
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