Anja Salomonowitz (* 12. November 1976 in Wien) ist eine österreichische Filmregisseurin und vornehmlich im Bereich politischer Dokumentarfilme tätig.
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Anja Salomonowitz (* 12. November 1976 in Wien) ist eine österreichische Filmregisseurin und vornehmlich im Bereich politischer Dokumentarfilme tätig.
Leben und Wirken
Anja Salomonowitz begann ein Studium der Film- und Theaterwissenschaft an der Universität Wien, wechselte jedoch bald an die Filmakademie Wien, wo sie sich auf Regie und Schnitt spezialisierte. Als Cutterin besuchte sie auch die Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg.
Eine ihrer frühesten Arbeiten waren vier zu einem Kurzfilm aneinandergereihte "Werbespots" gegen Rassismus: get to attack. Bereits hier wird ihre filmschafferische Linie, auch gesellschaftspolitische Probleme zu thematisieren, erkennbar. Ihr erster Film, der regulär in den Kinos startete war der 53-minütige Dokumentarfilm Das wirst du nie verstehen (2003). Darin konfrontiert sie sich selbst und Familienmitglieder mit ihrer Familiengeschichte: Die jüdische Grosstante war im Konzentrationslager, ihr Kindermädchen im sozialistischen Widerstand und ihre Grossmutter "tat nichts". Der Film ist durchgehend in weiss gehalten: Weisse Kleidung und Hintergrund sorgen für Neutralität, die Konzentration des Zusehers wird auf die Worte ihrer Familienmitglieder, die meist in Alltagssituationen aufgenommen wurden, gelenkt. Am Ende des Films zeichnete sie ein Telefonat mit ihrer jüdischen Grosstante über ihre Zeit während des Nationalsozialismus auf, da diese nicht mehr vor der Kamera auftreten wollte, und filmte sich daher selbst. Durch die telefonische Distanz entstand ein offenes Gespräch, die Emotionen waren nur über das Gesicht das Gesprächspartners zu erkennen. Diese Szene brachte sie auf die Idee für das Grundkonzept ihres nächsten Dokumentarfilms Kurz davor ist es passiert, worin es um Opfer von Menschenhandel geht, diese aber nie persönlich zu sehen sind.
In ihrem mit nur einer Minute Länge kürzesten Kurzfilm Codename Figaro - ein Beitrag zum Mozartjahr 2006 - wirft sie in einem gespielten Telefonat einer Frau mit ihrem ausländischen Verlobten die ironische, da auf die österreichische Einwanderungspolitik bezogene, Frage auf, ob "die Hochzeit des Figaro" nur eine Scheinehe war.
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